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Open Carnoustie 2007
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Das war die British Open 2007 in Carnoustie

Padraig Harrington holt sich den Claret Jug und damit seinen ersten Major Titel 

                                                  












Von 19.-22.07.2007 findet im schottischen Carnoustie die 136. British Open Championship (von den Briten kurz "The Open" genannt) statt. The Open ist das älteste der vier Herren Majors im Golf, es findet nach einem Rotationsprinzip immer auf Links-Kursen in Großbritannien (Schottland und England) statt.

Top Teilnehmerfeld und Top Location

Das Clubhouse und Hotel in Carnoustie
Spielberechtigt sind nach einem genau spezifizierten Schema ca. die Top-100 Spieler der Welt, zusätzlich gibt es für die nicht automatisch qualifizierten Pros die Möglichkeit sich über Qualifikationsturniere zu qualifizieren. Der veranstaltende Royal & Ancient Golf Club St.Andrews läd zusätzlich auch noch Spieler zu den British Open Championship ein - vornehmlich einheimische Spitzen-Amateure.
Carnoustie war vor 2007 im Jahr 1999 das letzte Mal Austragungsort der British Open. Damals siegte in einem dramatischen Finale der Schotte Paul Lawrie, der Franzose Jean Van de Velde verspielte am letzten Loch seinen Vorsprung, als er den Ball in den Barry Burn schlägt. Die Fotos des Franzosen, wie er mit hochgekrempelten Hosen im Bach steht, gingen damals um die Welt. Seit Paul Lawrie 1999 hat übrigens kein Europäer mehr ein Major-Turnier gewinnen können.
Der Championship Course in Carnoustie ist den Spielern der European Tour sehr vertraut, weil hier jedes jahr im herbst die Alfred Dunhill Links Championship stattfindet, die auf den Plätzen in St.Andrews, Carnoustie und in Kingsbarns ausgetragen wird. Kinsbarns liegt nur wenige Kilometer südlich von St.Andrews, Carnoustie ca, 30 km nördlich von St.Andrews. Im Jahr 2006 gewann übrigens Padraig Harrington (Irland) die Dunhill Links Championship.

Carnoustie: Typische schottische Kleinstadt an der Nordsee-Küste

Carnoustie liegt an der schottischen Ostküste (Nordsee) in der Nähe der Stadt Dundee in der Grafschaft Angus, rund 30 km nördlich von St.Andrews und rund 100 km nördlich von Edinburgh. Carnoustie ist eine typische schottische Kleinstadt, die Links-Course - neben dem Championship Course gibt es noch zwei andere Plätze, liegen allesamt zwischen dem Meer und der Bahnlinie Dundee-Aberdeen, die die Stadt vom Meer trennt.

Links Course: Ginsterbüsche, Bunker, Regen und Wind

Für mitteleuropäische Golfer, die Parklandkurse mit künstlichen Wasserhindernissen
Carnoustie Championship Course: Ein typischer Links Course
gewohnt sind, machen typische Links Kurse auf den ersten Blick einen scheinbar harmlosen Eindruck - sowohl optisch als auch was die golferische Herausforderung betrifft. Als Links bezeichnet man das an sich nutzlose Land zwischen Meer und dem fruchtbaren Inland, das in Großbritannien früher als Weideplatz für Schafe verwendet wurde. Schon früh haben die Schotten entdeckt, dass sich auf den Links hervorragend Golf spielen lässt. Links-Kurse gibt es keine künstlichen Wasserhindernisse, oft auch keine Bäume oder Wälder. Dafür findet man Sandbunker in großen Mengen, weiters Ginsterbüsche - das sind kleine Buschgruppen mit stacheligen Nadeln und Bäche, die sich auf ihrem Weg zum Meer entlang und über die Fairways schlängeln. Und natürlich ist der Wind auf Linkskursen ein sehr entscheidender Faktor, am Meer weht immer eine Brise.
Der Barry Burn prägt Loch 17 und 18
Die Bunker in Carnoustie sind riesengroß und sehr tief (Pottbunker), die Bunkerkanten sind messerscharf gezogen. Fairwaybunker sind so gestaltet, dass sie Richtung Grün eine Hochgezogene Kante haben, weshalb es praktisch unmöglich ist, von solchen Bunkern gerade weiter zu spielen - meistens müssen die Pros einen Querpass aufs Fairway machen und verliert dadurch einen Schlag.
Am Championship Cousre in Carnoustie gibt es zwei Bäche, die ins Spiel kommen: Der Jockies Burn kommt bei den ersten Löchern ins Spiel (insbesondere quert er Loch 3 vor dem Grün), während sich der Barry Burn an den hinteren Löchern aufdrängt. Auf Loch 17 und Loch 18 schlängelt sich dieser Bach mehrmals um und über die Fairways, sodass er dem Finish in Carnoustie seinen Stempel aufdrückt.
Die Vorgrüns werden in Carnoustie während der Trainingsrunden mit der Handschere
Feinschliff: Greenkeeper maniküren mit der Schere
manikürt (man muss sich das so ähnlich vorstellen wie beim Haarschneider). Das hat beispielsweise bei Stephen Ames Kopfschütteln hervorgerufen. "That's not Augusta - that's Carnoustie", sagt er, als er den Gras-schneidenden Greenkeeper sieht. Auch das gefürchtete Rough in Carnoustie wird während der Trainingstage - zumindest rund ums Grün - nochmals von Unkraut und bestimmten Pflanzen befreit, alles natürlich in mühevoller Handarbeit.
Im Unterscheid zu 1999 - als das Rough in Carnoustie so dicht war, dass sich die Pros reihenweise darüber beschwert hatten, weil kein faires Spiel mehr möglich war, sobald man das Fairway nicht traf und Carnoustie den Namen "Carnasty" einbrachte (vom englischen "nasty".....fies, gemein, ekelig, hässlich), sorgte der R&A diesmal für schwere aber doch faire Bedingungen. Angeblich haben die Greenkeeper in Carnoustie seinerzeit das Rough im Vorfeld der Open 1999 sogar extra gedüngt.

Mark O'Meara im riesigen Grünbunker auf Loch 13 (Par 3)
Das neue Clubhaus in Carnoustie mit dem weissen Anstrich und der signifikanten Uhr an der Front ist ein großes Hotel. Tee 1 und das 18.Grün befinden sich direkt vor dem Hotel, das Putting Green liegt seitlich vom Hotel. Zum Zeitpunkt der Open ist das Gelände rund um das Hotel mit Tribünen und einer Zeltstadt ("tented village") zugepflastert, um die Zuschauermassen aufnehmen zu können. The Open sind ja mittlerweilke ein auch ein wichtiges wirtschaftliches Event geworden. Das Geschäft mit Merchandising Artikeln und ganz normaler Golf-Bekleidung und Golf-Accessoire floriert, der R&A als Veranstalter der British Open stellt sich und seine Geschichte in die Auslage, Sponsoren präsentieren ihre Produkte und touristisch interessante Regionen stellen sich vor. Auch hat der Ort der kommenden British Open die Möglichkeit, sich der Allgemeinheit vorzustellen. In dem Fall ist dies Royal Birkdale an der englischen Westküste, wo 2008 die Open stattfinden werden.
Und es gibt natürlich jede Menge Verköstigungsmöglichkeiten. Vom VIP Bereich über überdachte Supermärkte bis hin zu mobilen Eis- und Cafestandln findet der Besucher alles, was sein Herz begehrt. Insgesamt habe ich den Eindruck, das bei den British Open alles sehr gut organisiert ist.

Die Trainingstage

Die beiden offizielle Trainingstage am Dienstag und Mittwoch finden bei sehr unterschiedlichem Wetter statt. Am Dienstag gibt es einen für schottische Verhältnisse nahezu hochsommerlichen Tag mit Sonnenschein den ganzen Tag. Am Mittwoch wird das Wetter schlecht, es ist den ganzen Tag bewölkt und zwischendurch regnet es. Dieses Schlechtwetter hält dann auch über die vier Turniertage an. Donnerstag beispielsweise schüttet es fast den ganzen Tag in Strömen.

Titelverteidiger Tiger Woods
 
Tiger Woods in Carnoustie
Tiger Woods
, der die beiden letzten Open Championships in St.Andrews (2005) und in Hoylake, Royal Liverpool (2006) gewonnen hat, spielt seine Trainingsrunde - wie gewohnt in aller Herrgott's Früh - am Dienstag. Tiger geht schon um ca. 5 Uhr in der Früh auf den Platz, was in Schottland kein Problem ist, weil es auf Grund der Lage im hohen Norden von vier Uhr früh bis 23 Uhr am Abend hell ist. Begleitet wird Tiger auf seiner Trainingsrunde von seinem neuseeländischen Caddie Steve Williams und von den beiden Spielern Thomas Björn (Dänemark) und Mark O'Meara (USA). Tiger's Schwungcoach Hank Haney ist auch mit von der Partie.
Markus Brier bei den Open

Vom allen Spielern, die ich bei ihren Trainingsrunden in Carnoustie gesehen habe, ist Tiger Woods derjenige, der bei weitem die meisten Notizen während der Trainingsrunde gemacht hat. Tiger hat am Platz fast mehr geschrieben als gespielt. Er hat auf jedem Grün von mehreren Seiten geputtet und sich nach jedem Putt Notizen gemacht.
Markus Brier (Österreich) spielt seine Trainingsrunde alleine mit Caddie Max Zechmann. Markus wirkt sehr relaxt - vielleicht mit ein Grund, warum er letztendlich das Turnier auf einen für ihn hervorragenden zwölften Platz beenden kann.

Sergio Garcia dominiert die ersten drei Turniertage

Sergia Garcia in Carnoustie
Beim Turnier selbst war das Wetter - im Unterschied zu 2005 in Hoylake, wo es die ganze Woche sonnig und warm war - diesmal sehr schlecht. Dauerregen gepaart mit niedrigen Temperaturen um die 10 Grad sind weder für die Spieler noch für die Zuschauer attraktive Rahmenbedingungen.
Tiger Woods (USA) kann sich von Anfang an nicht ganz vorne an der Spitze etablieren. Der Spanier Sergio Garcia übernimmt von Anfang an die Führung und geht am Sonntag mit einem Vorsprung von drei Schlägen auf Steve Stricker (USA) und weiteren drei Schlägen auf sieben weitere Spieler (Chris DiMarco, Paul McGinley, Stewart Cink, Padraig Harrington, Ernie Els, Paul Broadhurst, K.J. Choi) in die Finalrunde. Markus Brier (Östrreich) spielt ein tolles Turnier. Die Samstag-Runde spielt er gemeinsam mit Tiger Woods (USA), beide liegen auf Platz 20 des Klassements. Tiger Woods gewinnt das Duell mit Markus Brier ganz knapp um einen Schlag.
 
Der Finaltag gestaltet sich dann zu einem ähnlichen Golf-Krimi wie die Open 1999, als der
Andres Romero (mit US Open Champion Angel Cabrera)
Franzose Jean Van de Velde seinen sicher scheinenden Sieg am letzten Loch herschenkte. Diesmal begann alles mit der Putt-Schwäche von Sergio Garcia, die sich wieder bemerkbar macht. Obwohl sein direkter Flightpartenr Steve Stricker keinen Druck ausüben kann, wurde Garcia bald von den Spielern, die zu Beginn der Finalrunde sechs Schläge zurück lagen, eingeholt. Plötzlich liegt sogar der junge Argentinier Andres Romero in Führung, ehe er mit einem agressiven Teeshot an Loch 17 seiner Unerfahrenheit Tribut zollen muss und ein Doppelbogey kassiert. Durch das abschließende Bogey an Loch 18 versäumt Romero das Stechen um einen Schlag. Der neue Führende heißt Padraig Harrington (Irland). Der Dubliner ist einer der routiniertesten europäischen Golfer - er gewann 2006 die Order of Merit der European Tour. Doch Harrington strauchelt auf Loch 18 - er schlägt zuerst seinen Tee-Shot ins Wasser (in den Barry Burn). Harrington droppt den Ball und schlägt als Draufgabe den Ball weiter vorne wieder in den Barry Burn - er kreuzt vor dem 18.Grün erneut das Fairway. Damit scheinen die Chancen von Harrington endgültig dahin - Sergio Garcia liegt wieder in Führung. Am letzten Loch würde ihm ein Par reichen, um den Titel und damit den Claret Jug zu bekommen. Doch Garcia spielt seinen Tee Shot zu sehr auf Sicherheit und deshalb zu kurz. Das folgende lange Eisen verzieht Garcia und letzten Endes schiebt Garcia seinen 3-Meter Par-Putt knapp daneben, sodass es zu einem 4-Loch Playoff zwischen Padraig Harrington und Sergio Garcia kommt. Nach den regulären 72 Löchern haben Padraig Harrington (69+73+68+67) und Sergio Garcia (65+71+68+73) jeweils einen Gesamtscore von -7/277 (bei Par 71).

High Noon in Carnoustie: Padraig Harrington holt sich die Open Championship im Stechen gegen Sergio Garcia

The Open Champion: Padraig Harrington
Schon am ersten Extraloch (Loch 1) kommt es zu einer Vorentscheidung. Garcia schlägt seinen (blinden) Annäherungsschlag ins tiefergelegene Grün in den Grünbunker und spielt nur das Bogey, während Padraig Harrington das Birdie spielt. Damit hat der Dubliner bereits am ersten Extraloch einen Vorsprung von zwei Schlägen. Am zweiten Extraloch (Loch 16 - ein ca. 225m langes Par 3 Monster) hat Garcia Pech - er trifft den Flaggenstock und sein Ball springt weit weg vom Loch. Harrington und Garcia spielen Par, ebenso wie auf Loch 17. Das abschließende Loch 18 spielt Harrington mit Bogey. Weil Garcia seinen Birdie Putt nicht lochen kann heisst der British Open Champion 2007 Padraig Harrington.

Hinter Padraig Harrington, Sergio Garcia und Andres Romero belegt der Australier
Siegt in Carnoustie: Padraig Harrington (Irland)
Richard Green gemeinsam mit Ernie Els (Südafrika) den vierten Platz. Richard Green hat 2007 die Austrian Open in Fontana gewonnen. Den sechsten Rang teilen sich Hunter Mahan und Stewart Cink (beide USA). Ben Curtis (USA), Mike Weir (Kanada), K.J.Choi (Korea) und Steve Stricker (USA) belegen den geteilten achten Platz. Dahinter folgt auf dem geteilten zwölften Platz bereits Markus Brier (Österreich), gemeinsam mit weltbekannten Spielern wie Tiger Woods (USA), Justin Rose (England), Miguel-Angel Jimenez (Spanien) und Jim Furyk (USA).
Die Top-Platzierung be den British Open bringt Markus Brier auf Platz 92 der Weltrangliste (sein all-timer-high) und damit auch eine Einladung zum letzten Major des Jahres, der US PGA Championship am Southern Hills Golf Club in Tulsa, Oklahoma.

153.000 Zuschauer

Insgesamt besuchten 153.000 Zuschauer im Laufe der Turnierwoche die Open in Carnoustie, das sind etwas weniger als 1999, als die Open das letzte Mal in Carnoustie ausgetragen wurde und wesentlich weniger als bei den letztjährigen Open in Hoylake, als  bei hochsommerlichen Wetter 230.000 Besucher kamen. Das regnerische, kalte und windige Wetter hielt so manchen Fan davon ab, vor Ort in Carnoustie bei den Open Championship dabei zu sein. Das Turnier ist mit 6,36 Mio Euro dotiert, Padraig Harrington als Sieger bekommt EUR 1,106 Mio.



Über 700 Fotos von der British Open Championship in Carnoustie und von Tiger Woods gibt's im Fotoalbum.


Homepage Carnoustie Golf Links

Homepage The Open Championship

Padraig Harrington gewinnt die Open in Carnoustie im Stechen gegen Sergio Garcia (22.07.2007)


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